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Hundefreundlicher Urlaub am Jadebusen: Erfahrungsbericht aus Niedersachsen

Gestrandet am Jadebusen ….

Ja! Ich, die es sonst in die Ferne zieht, habe einen Urlaub in Niedersachsen verbracht und es war herrlich!

Mein Partner und ich waren auf der Suche nach einem Ferienhaus an der Nordsee, welches auch Hunde erlaubt. Seit Februar haben wir zusätzlich zu unserer Vizsla Hündin „Hazel“ noch einen Junghund „August“, daher planten wir einen Hundeurlaub. Bei der Suche nach einem Urlaubsdomizil verloren wir uns und landeten nicht in Sankt Peter Ording, weiter Richtung Sylt oder auf einer der Inseln, sondern im Jadebusen. Tatsächlich haben wir außer Acht gelassen, dass uns dort keine weiten Strände erwarten. Und vorab leider ein negatives Fazit; auch wenn die Gegend als hundefreundlich beschrieben wird, sind die Abschnitte am Wasser, welche den Hundebesitzern zugeteilt sind, ganz schrecklich. Ich war nicht nur enttäuscht, sondern entsetzt, dass ich eingegrenzt durch Bauzäune wie in einem Käfig am Strand geduldet werde. Und hiermit vergesse ich das traurige Thema auch gleich wieder.

Unser Ferienhaus befand sich innerhalb Viehweiden zugehörig zu Seefelder Außendeich. Auf dem großen Foto sieht man den Blick auf die Felder. In den letzten Tagen standen die Kuhherden auch direkt angrenzend. Die nächst größeren Städte sind Brake und Nordenham. Vorab sei erwähnt, dass man wirklich abgeschieden wohnt. Alle Ziele (auch Restaurants und Supermärkte) sind ca. 25 km entfernt. Für wen das bereits jetzt nichts ist, der braucht gar nicht weiterlesen.

Vom Ferienhaus war ich begeistert, daher empfehle ich es auch sehr gerne:https://reethaus-jadebusen.de/. Anfangs fragte ich mich tatsächlich auch, wie ich hier 14 Tage verbringen soll. Ich bin auch im Urlaub sehr aktiv, will auf gar keinen Fall etwas verpassen und sitze generell nicht gerne still. Entspannen will gelernt sein, ich kann es bis heute nicht gut, aber hier im Seefelder Moor blieb mir keine andere Wahl.

Unser VW T5 war voll beladen mit E-Bikes und 2 großen Hundefahrrad- Anhängern. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass mein Partner nach seiner Schulter OP doch noch nicht weite Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen konnte. Die morgendliche Tour aus dem Seefelder Moor und die nicht enden wollende Landstraße entlang nach Schwei zum Bäcker wurde mein tägliches Highlight. Ich genoss die gesamt 14 km Strecke in Sonne und Wind; vorbei an Kühen, Pferden und Schafen. Hasen kreuzten, Fasane, Rebhühner und Rehe entdeckte ich. Da plötzlich ein Fohlen, dort Kälbchen. Besonders empfehlenswert in der „Dorf Bäckerei Ahlers“ sind die Gourmetbrötchen und das Schwarzbrot mit Nüssen und Datteln. Viele Autos begegneten mir nicht, manchmal rannte ein Hund bellend hinter mir her. Hier trifft der moderne Begriff „entschleunigend“ wirklich zu 100 Prozent zu. Kam ich zurück war der Tisch gedeckt und wir zelebrierten ein ausgiebiges Frühstück in der Sonne. Die Hunde genossen das 4000 m² Grundstück.

Natürlich fuhren wir nachmittags die Kleinstädte in der Nähe, wie Varel, Dangast und Fedderwardersiel, an, hielten uns aber nicht lange auf, da wir für die Hunde ein attraktiveres Ziel fanden. Ich möchte nicht falsch verstanden werden; ich habe vollstes Verständnis, dass z.B. Deiche für Hunde natürlich tabu sind, auch Leinenpflicht akzeptiere ich, nicht jedoch die Hundeflächen hinter Bauzäunen. Richtig weit laufen konnten wir dagegen am Weserstrand bei Oberhammelwarden (Brake). Hier konnten Hazel und August das Wasser genießen, ausgiebig rennen und lebhaft spielen. Und für alle Vizsla Liebhaber: Sonntags um 11 Uhr ist hier ein bekannter Treffpunkt. Zum Glück erfuhren wir darüber und wurden herzlichst empfangen.

Nach entspannten Nachmittagen am Weserstrand konnten wir und die Hunde in unserem abgelegenen Ferienhaus direkt weiter die Seele baumeln lassen. Da wir beide Vollzeit berufstätig sind, bleibt oft abends nicht die Zeit entspannt zu kochen, obwohl wir es so sehr schätzen. Hier allerdings hatte ich die Möglichkeit in den vorhandenen Kochbüchern zu stöbern und raffinerte Rezepte heraus zu suchen. In der Küche des Reethaus-Jadebusen und überhaupt im ganzen Haus fehlte es an nichts. Unseren frischen Fisch kauften wir in Varel in der Mühlenstraße bei https://toellners-edelfisch.de/. Einmal gab es vorzügliche Kabeljaufrikadellen, einen anderen Abend Fischfilets mit einer Kartoffelkruste, z.B. Vom Esstisch aus konnten wir den Blick schweifen lassen. Es war fantastisch.

Eigentlich hätten wir jeden Abend so gemütlich essen können, an meinem Geburtstag aber wollten wir ausgehen. Das Restaurant hat uns ausgesprochen gut gefallen; wir wurden sehr zuvorkommend bedient und das Essen war von hervorragender Qualität. Die Rede ist vom Landhaus Tettens https://www.landhaus-tettens.de/welcome.html. Entzückend war, dass mein Geburtstagstisch im Gegensatz zu allen anderen Tischen Kerzen und Stoffservietten hatte. Eine amüsante Anekdote gibt es auch dazu. Ich fragte, ob wir anstoßen wollen. Als die junge Bedienung mich fragend ansah, ergänzte mein Partner etwas „prickelndes“ vielleicht. Auch dann kam kein Vorschlag. Jetzt fiel ihm noch das Adjektiv „perlig“ ein, worauf sie uns einen Kräuterschnaps anbot. Den dort bevorzugt getrunkenen „Jubi“ Aquavit stellten wir jedoch ans Ende des Abends. Wir hatten Lammrücken für 2 Personen am Tisch tranchiert mit Gemüsevariation und Kartoffellasagne vorbestellt und wurden nicht enttäuscht. Ein paar Tage später sahen sie uns wieder, da sie uns versprachen ein weiteres Lammgericht, diesmal im Wirsingmantel zu servieren. Auch das war himmlisch. Einen dritten Abend entschied ich zu Königsberger Klopsen.

Am Nachmittag fuhr ich manchmal mit dem E-Bike noch zusätzlich die Gegend ab und packte was ging in meine Fahrradtasche. Ganz in unserer Nähe kaufte ich Käse, Eier, Joghurt, Quark und wenig Fleisch im Hof Butendiek https://hof-butendiek.de/mit eigener Hofkäserei. In der Hofkäserei mischen sie auch gerne Knoblauch, Paprika, frisches Basilikum, Bärlauch und Brennnesseln, knackige Walnüsse oder feine Gewürze wie Cumin, Bockshornklee und Schwarzkümmel in den Käseteig. Der Hofbauer lud auch gleich ein seinen Großbetrieb zu bewundern.

Auf einer Tour kam ich auch an einem Melkhus vorbei. Landfrauen laden zu einer Rast in ihr Melkhus ein. Bei einem Glas erfrischender Milch, Milchmixgetränken, Milchcafé, Quarkspeisen und anderen regionalen Köstlichkeiten im Melkhus stärkt man sich für die Weiterfahrt mit dem Fahrrad oder den Inline-Skates. Die Melkhüs sind täglich von Mai bis Oktober geöffnet!

Unbedingt ergänzen möchte ich noch Eindrücke von Schafen die ich bei einem Spaziergang in Butjadingen – Langwarden bekam. Sonst würde auch etwas fehlen. Und dazu auch ein Ausflugsziel, der Langwarder Groden. Der Langwarder Groden zwischen Fedderwardersiel und Langwarden ist der beste Ort zur Vogelbeobachtung in Butjadingen. Ein 4 km langer Rundwanderweg und ein 2 km langer Naturentdeckungspfad bieten Naturerlebnisse der besonderen Art. Von mehreren Beobachtungsständen, Stegen und einer Brücke, die auf den Vordeich führt, lässt sich der ständige Wechsel zwischen Ebbe und Flut besonders gut überblicken. Ein Bohlenweg führt direkt hinein in 70 Hektar Salzwiesenentwicklungsfläche und ermöglicht so faszinierende Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt des Wattenmeeres. Eine ca. 35 m lange Holzbrücke führt über das erweiterte Sieltief.

Wer pure Erholung und ein abgeschiedenes Feriendomizil sucht findet hier sein Glück! Ich hätte es nicht erwartet, aber mit jedem Tag schätzte ich die Gegend und vor allem die freundlichen Menschen mehr. Ich genoss die Ruhe und unendliche Weite. Auch für unseren Junghund August mit 4 Monaten war es herrlich und wir lernten uns besser kennen.

Auch sehr vermissen werde ich die Spaziergänge und das Spielen mit den Hunden am Weserstrand.

„Zum Glücklichsein braucht es nicht viel. Ein wenig Freude am Lebensspiel und Heiterkeit und guten Mut, so scheint die Welt weit, hell und gut.“- Carl Peter Fröhling

Südengland – Cornwall – South West Coast Path – Devon

Vor ein paar Jahren schon kaufte ich mir einen Reiseführer über Cornwall. Ich weiß gar nicht mehr was mich reizte, bzw. wie die Idee entstand diese Gegend zu besuchen; Rosamunde Pilcher war es nicht, auch wenn ich jetzt erfahren habe in welchem Dorf ihr Sohn lebt.

Reiseroute Cornwall

Tag 1: Flug nach Bristol, Ankunft Bath

Am Spätnachmittag flogen wir von Frankfurt nach Bristol, was sehr unkompliziert war und holten nach Ankunft unseren Mietwagen. Hier ein erster Tipp: Lieber sich für einen Kleinwagen entscheiden, denn die Straßen sind selten zweispurig; auch wenn alle zuvorkommend waren, wird es doch mitunter sehr eng und die Mauern sind bewachsen, so dass man leicht, statt nur die Hecke, auch die Steine seitlich streift. Für die erste Übernachtung fuhren wir eine kurze Strecke nach Bath. Gleich zu Beginn waren wir begeistert von dem kräftigen Grün überall. Eine Nacht blieben wir für ein hervorragendes Abendessen im Bathen House Boutique Hotel http://bathenhouse.co.uk. Das Haus ist sehr liebevoll geführt und ich kann den für die Gegend typischen“sticky coffee pudding“ empfehlen, sowie “ eggs benedict“ zum Frühstück im Restaurant Bouvardia. Bath sollte man eigentlich unbedingt anschauen, allerdings hatte ich für den Vormittag online einen Timeslot für Stonehenge gebucht, so dass wir gleich nach dem Frühstück aufbrachen.

Tag 2: Stonehenge

Unser erster Halt war also Stonehenge. Es war der große Wunsch meines Partners, diesen magischen Ort zu besuchen. Da er von der Reise nach Cornwall anfangs nicht sehr überzeugt war, war er umso glücklicher, dass Stonehenge auf dem Weg lag und er die Chance bekam den legendären und weltberühmten Steinkreis bei Amesbury zu bestaunen. Ich weiß nicht wie es sich in der Ferienzeit verhält, aber an diesem Freitag Mitte Mai wäre die vorab Buchung nicht notwendig gewesen. Auch kann man eigentlich diese Sehenswürdigkeit ganz ohne Eintritt besuchen, man ist nur nicht ganz so nah. Ca. eine halbe Stunde liefen wir über weite Wiesen, dann tauchte das imposante „Steinarrangement“ auf. Kaum ein anderer Ort ist so von Geheimnissen umwittert, strahlt eine derartige Unerschütterlichkeit aus, und ist von einer solch magischen Aura umgeben wie Stonehenge. Stonehenge wird mit allen möglichen Legenden in Verbindung gebracht, sogar mit der Artus-Sage ist der Steinkreis verbunden. Hier sollte jeder Besucher sich individuell darauf einlassen und für sich eine eigene Erklärung und Bedeutung finden.

Am frühen Nachmittag setzten wir unsere Reise zur nächsten Unterkunft Richtung Teignmouth fort. Teignmouth hat sämtliche Attraktionen einer Stadt am Meer, einschließlich eines viktorianischen Piers mit der faszinierenden Aktivität eines arbeitenden Hafens – große Schiffe, Fischerboote und Vergnügungsboote bewegen sich zwischen dem Meer und der Mündung hin und her. Im „Ness House“ http://theness.co.uk wurden wir freundlich begrüßt, genossen einen Spaziergang ins Dorf bei besonderem Abendlicht, ein Abendessen im hoteleigenen Restaurant, sowie anschließend guten Wein an der Bar und erkundeten einen berüchtigeten Tunnel.

Ein Blick auf „The Ness“ genügt, um zu erkennen, dass es reich an Geschichte, Charme und Magie ist. Das Pub und Hotel wurde ursprünglich 1810 als Sommerresidenz der berüchtigten Familie Clifford erbaut, die Gerüchten zufolge ihr Vermögen durch Schmuggel vergrößerte (durch den geheimen Tunnel direkt hinter dem Pub).

Heute ist der Pub im Besitz der Brauerei Hall & Woodhouse aus Dorset und wird von ihr betrieben, so dass man sich in freundlichen Händen befindet.

Mir gefielen besonders die ungezwungene Atmospähre und die überaus liebenswerten Menschen, die uns aber ausnahmlos während der ganzen Reise begegneten. Das ist wirklich besonders, man wird regelrecht umsorgt, ob sich im Restaurant nach eventuellen Allergien erkundigt wird oder aber beim Verlassen des Autos an der Küste, wenn man freundlich gefragt wird, ob man auch eine Jacke dabei hat, da der Wind doch sehr kalt ist. Überschwänglich winkend kommt noch ein melodiöses „Cheerio“ hinterher. Ganz wunderbar und es tut so gut.

Tag 3: Zwischenstop in Fowey, Ankunft Heamoor

Nachdem wir die ersten zwei Tage nur jeweils eine Nacht in einer Unterkunft blieben, war ich gespannt auf unser Cottage in Heamoor, einem Dorf an der Mounts Bay, einer Meeresbucht des Atlantiks am Eingang des Ärmelkanals, in der auch der St. Michael’s Mount zu finden ist. Auf dem Weg dorthin passierten wir die Tamar Bridge (1961). Die Tamar Bridge ist eine Hängebrücke über den Fluss Tamar zwischen Saltash, Cornwall, und Plymouth, Devon, im Südwesten Englands. Sie ist 335 Meter lang, verläuft neben der Royal Albert Bridge und ist Teil der A38, einer Hauptverkehrsstraße zwischen den beiden Grafschaften.Die Tamar Bridge war die erste große Hängebrücke, die nach dem Krieg gebaut wurde, und eine Zeit lang die längste Hängebrücke Englands. Vor Ankunft in Heamoor besuchten wir das malerische Fischerdorf Fowey. Fowey ist nicht nur eine historische Stadt, sondern auch ein kommerzieller Seehafen und erstreckt sich über eine Meile entlang des Westufers des Flusses Fowey bis hin zu dessen Mündung. Das Auto parkten wir auf einem großen Parkplatz oberhalb und liefen die Gassen nach unten. Zugegeben ist der Rückweg dann etwas mühselig, aber es gibt auch einen kleinen shuttle bus, sollte man nicht bergauf laufen wollen.

Jetzt kommen Eindrücke von unserem Ferienhaus in Heamoor. „Ring and Thimble“, ein preisgekröntes, reetgedecktes Ferienhaus in 25 Hektar Land in der Nähe von beiden Küsten, in der Nähe von Penzance und Annehmlichkeiten. http://boscrowan.co.uk

In dem Moment, als wir das Tor öffneten, waren wir begeistert.
Ein schönes, sehr gepflegtes und ruhiges Grundstück in voller Blüte. Elisabeth begrüßte uns sofort und wir betraten unser geräumiges Ferienhaus. Die Küche war perfekt ausgestattet, das Wohn- und Esszimmer gemütlich und die Terrasse einladend. Elisabeth hatte überall im Haus Vasen mit Blumen aus dem Garten aufgestellt. Im ersten Stock erwartete uns ein viel Platz bietendes Schlafzimmer mit Bad. Das Bett war herrlich bequem, die Handtücher weich und frisch. Da wir im Voraus E-Mails mit Tipps erhalten hatten, kauften wir bei den beiden erwähnten Bauernhöfen und nur wenig im Supermarkt ein. Frische Eier haben wir direkt bei Elisabeth gekauft. Die Lage ist ideal für viele Ausflüge zu malerischen Hafenstädten. Wir haben mehrere Spaziergänge entlang der Küste unternommen. Meistens haben wir auf einem der vielen National Trust-Parkplätze geparkt und sind nach der Wanderung mit dem Bus zurück zum Parkplatz gefahren. Am liebsten wären wir zwei Wochen geblieben, aber nach einer Woche reisten wir wehmütig ab, so wohl fühlten wir uns bei Mr. und Mrs. Harris. Nicht zu vergessen, dass ihr Hund Maisie uns oft besuchte und uns zum Lachen brachte, ein sehr liebenswerter Hund.

Tag 4: South West Coast Path Penzance – Marazion

Wir hatten uns vorgenommen einige Abschnitte des South West Coast Path zu wandern und starteten mit einer relativ kurzen und flachen Tour zu Beginn, die eher einem Spaziergang glich. Diese Wanderung beginnt in der Stadt Penzance, im äußersten Südwesten Cornwalls. Sie führt entlang des Strandes zum St. Michael’s Mount. Diese einzigartige Insel mit Burg ist bei Ebbe durch einen Damm und bei Flut durch eine Fähre mit dem Dorf Marazion verbunden und kann besichtigt werden. Mounts Bay wurde zu einer der schönsten Buchten der Welt gekürt, und es ist nicht schwer zu erkennen, warum, denn die Aussicht auf St. Michael’s Mount ist atemberaubend. Einen großen Parkplatz findet man am Hafen „Harbour Long Stay Car Park“ Wenn man keinen Rundweg laufen möchte, kommt man sehr unkompliziert mit dem Bus zurück.

Tag 5: Mousehole und Newlyn

Mousehole ist ein malerisches Fischerdorf an der Südküste Cornwalls, nur wenige Kilometer westlich der Marktstadt Penzance. Mousehole hat auch heute noch viel von seinem Charme der alten Welt bewahrt, mit seinen belebten engen Straßen voller kleiner Geschäfte, Galerien und Cafés. Die aus feinkörnigem Lamorna-Granit errichteten Cottages schmiegen sich an den inneren Rand des Hafens.

Newlyn ist ist ein charmantes Hafenstädtchen mit einer eigenen kornischen Fischereiflotte.

Der Hafen besteht schon seit Hunderten von Jahren und war bereits um 1400 in Betrieb. Im Laufe der Zeit wurde er erweitert, und in den 1880er Jahren wurden die riesigen Landungsbrücken gebaut, die heute den Hafen umschließen. Newlyn ist der größte Hafen für Fisch in ganz England und Wales, mit einer Flotte von heute über 200 Schiffen.Newlyn gefiel mir besser, gerade im Herbst und Winter stelle ich mir Mousehole etwas düster vor. In Newlyn empfehle ich für ein leichtes Mittagesssen das Restaurant „Mackerel Sky Seafood Bar“ https://mackerelskycafe.co.uk

Tag 6: South West Coast Path St Ives – Zennor

Eine anstrengende, in zweierlei Hinsicht atemberaubende Etappe! Um St. Ives Head herum führte die Wanderung an der St. Nicholas’s Chapel (Schutzpatron der Seeleute) und einer Hütte vorbei, in der früher Sardinen von den Klippen aus gesichtet wurden. Beim Verlassen von St. Ives nahm die Zahl der Wanderer rapide ab, ebenso wie mein Tempo, da der Weg über eine Reihe von steilen Abhängen führte. Tatsächlich kletterte ich manche Passage auf allen vieren. Nach River Cove ging es hinunter zu Felsen, wo man manchmal Robben beobachten kann, die sich auf den Felsen sonnen. Dann folgte ein letzter steiler Anstieg, von dem wir einen Pfad ins Landesinnere nahmen, der uns nach einer halben Meile in das Dorf Zennor führte, das eine malerische Kirche, ein kleines Museum über das Leben in Cornwall und einen großartigen alten Pub namens The Tinner’s Arms https://tinnersarms.com/ beherbergt. Hier gönnten wir uns ein frisch gezapftes Bier. Da ich bei Bier nicht sehr bewandert bin, bat ich um ein „light and crispy beer“, was dem untergärig gebrauten Lager entspricht. Das obergärig gebraute Ale ist mir zu süss und vollmundig, die Hefe zu präsent. Diese Etappe mit ca. 12 km ist nicht zu unterschätzen und wir entschieden ein Taxi zurück zu nehmen. Aufgrund einer langwierigen Schleimbeutelentzündung in der Hüfte, war ich vorsichtig. Generell sollte man immer viel mehr Zeit einplanen, als die Wander-App angibt, da man aus dem Staunen nicht herauskommt. Einfach Platz nehmen und Blicke und Gedanken in die Ferne schweifen lassen.

Tag 7: South West Coast Path Cape Cornwall – Sennen Cove

Jeden Abend in unserem gemütlichen Haus habe ich am Kamin die nächste Tour geplant, was in der Regel abendfüllend war. Letztendlich benutzte ich meine App outdooractive, um die Routen zu erstellen, orientierte mich aber vorab an der offiziellen Seite des South West Coast Path https://www.southwestcoastpath.org.uk., sowie an der Seite https://www.iwalkcornwall.co.uk/. Letztere ermöglicht einem, sollte man keine „Navigationsapp“ besitzen, sich für 2,99 Pfund eine jeweilige Strecke herunter zu laden. Auch habe ich im Vorfeld geschaut wo man parken kann und ob es einen Bus zurück gibt. Der National Trust hat ausreichend Parkflächen eingerichtet. Man zahlt mit Karte oder per App, selten gibt es noch Münzparkautomaten. Auf einem Parkplatz durften wir den ganzen Tag stehen, obwohl wir keine Münzen hatten. Die liebenswerte Dame an der Einfahrt hat mir einen persönlichen Parkschein geschrieben, mir noch etliche Tipps zur Tour mitgegeben; ich war sehr gerührt. „Cheerio“. Das war Cape Cornwall!

Cape Cornwall ist ein wunderschöner, wilder, windgepeitschter Ort, der für vorbeiziehende Zugvögel wie Sturmtaucher, Basstölpel und Dreizehenmöwen bekannt ist, besonders während der späten Herbststürme. Dieser Abschnitt ist sehr einprägsam. Es herrscht ein tiefes Gefühl von Weite. Großer Himmel, Heidekraut, riesige Felsbrocken und hohe Klippen, die kaum Anzeichen menschlicher Besiedlung aufweisen, machen einem unruhigen, tiefblauen Meer Platz, das sich endlos in zahllose unzugängliche Buchten wälzt.

Tag 8: St Ives

St. Ives – das schillernde Juwel in Cornwalls Krone. Ein malerischer Fischerhafen und eine Stadt am Meer mit besonderem Licht, daher zieht es auch viele Künstler an diesen Ort. An St Ives kommt man irgendwie nicht vorbei, man sollte es besuchen, auch wenn es sehr trubelig ist. Uns wurde gesagt, St Ives sei wuselig aber schön, während Newquay hektisch und hässlich sei. Dementsprechend ließen wir Newquay auch aus.

St Ives war der einzige Ort an dem es ausgesprochen schwer war einen Parkplatz zu finden, ganz oberhalb der Stadt hat man die besten Chancen und läuft in die Bucht. Bei der Rückkehr nimmt man am besten den Shuttle nach oben, denn es ist wirklich unsagbar steil. Wir schlenderten durch das Labyrinth aus engen Kopfsteinpflasterstraßen, den vielen einladenden Geschäften und Fischerhäuschen im Herzen von St. Ives, bevor wir uns am Wasser in einer Bar niederließen und einfach eine Weile im Wasser spielende Kinder und tobende Hunde beobachteten. Besonders ist uns, nicht nur in St Ives, sondern auf der ganzen Reise aufgefallen, dass Hunde ausdrücklich in Restaurants und Läden willkommen sind. Überall stehen einladende Schilder. Es gibt auch viele Hundeboutiquen und sogar Hundeeis. Verbotsschilder, wie in Deutschland (keine Hunde, kein Eis, keine Rollerskates) sieht man hier generell nicht, auch nicht an den Küsten und Stränden.

Tag 9: South West Coast Path Lizard – Lizard Point – Kyance Cove

Dieser Wanderweg um die Lizard-Halbinsel, die südlichste Spitze des britischen Festlands, führt durch eine dramatische Klippenlandschaft, seltene Wildblumen und eine interessante Küstengeschichte. Die Wanderung schlängelt sich durch Lizard bis zum Leuchtturm und der alten Rettungsbootstation in der Polpeor-Bucht und folgt dann der Küste bis zum Lizard Point. Die Route überquert dann die Grenze, an der die alten Felsen der Landzunge den serpentinenförmigen Felsen weichen, die bei einer Kontinentalkollision aus dem Erdmantel herausgeschleudert wurden. Die Route führt weiter an einem Schiffswrack am Strand von Pentreath vorbei nach Kynance Cove, wo die vielfarbigen Felsen vom Meer zu Inseln geformt wurden. Der Rückweg nach Lizard führt über die serpentinenreiche Heidelandschaft.

Alles in allem ist Kynance eine der schönsten Buchten Cornwalls und dementsprechend eine der am häufigsten gemalten und fotografierten. Ich fand auch diese Etappe wundervoll, besonders weil wir in der Ferne Seehunde entdeckten und uns überschwänglich freuten, aber letztendlich haben alle Küstenabschnitte mein Herz erfüllt.

Tag 10: Abfahrt Richtung Padstow – Godrevy Lighthouse

Nach einer Woche hieß es leider Abschied nehmen von der Boscrowan Farm mit Elisabeth, David und ihrer Hündin Maisie. Ich muss es noch einmal betonen, es war eines der schönsten Ferienhäuser in meinen Urlauben und wer interessiert ist, weiter oben im Text ist der Link zur Boscrowan Farm. Unsere Reise setzte sich fort nach Padstow, wo wir zwei Tage blieben. Auf dem Weg dorthin vertrödelten wir etwas Zeit an der Küste und besichtigten Godrevy Lighthouse.

Der Godrevy-Leuchtturm wurde 1859 von Trinity House erbaut, um ein gefährliches Riff vor St. Ives, die Stones, zu markieren; das Licht wurde 2012 in eine benachbarte Stahlkonstruktion verlegt.

Auch hier hatten wir das Glück Seehunde in der Bucht zu entdecken. Nach Verlassen der Bucht kommt man am „Hell´s Mouth Coffeehouse“ direkt an der Straße bei Gwithian vorbei. Sollte man, wie wir ein Sandwich draußen essen, gilt besondere Vorsicht vor hinterlistigen Möwen, die imstande sind aus dem Flug heraus das Essen aus der Hand zu klauen. Meins konnte ich retten, habe mich aber extrem erschrocken.

Tag 11: Padstow & Bedruthan

Für unsere Reise hatte ich alle Unterkünfte im Vorfeld ausgesucht.In Padstow war ich mir unsicher und es bewahrheitete sich, dass das Hotel eine hervorragende Lage hatte, aber sonst eher unpersönlich war und auch der Service nicht ganz zufriedenstellend, daher erwähne ich es an dieser Stelle nicht. Die Stadt Padstow aber gefiel mir außerordentlich gut. Der Fischerhafen von Padstow in Nord-Cornwall hat in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. Die geschäftige Stadt, die sich um den attraktiven Hafen gruppiert, ist eine eklektische Mischung aus Fischerhäuschen und Kaufmannshäusern. Padstow gilt auch als kulinarische Hochburg, da der berühmte britische Koch, Gastronom und Fernsehmoderator Christopher Richard „Rick“ Stein zusammen mit seiner Geschäftspartnerin Jill Stein über eine Reihe beliebter Restaurants, Geschäfte und Hotels in Padstow verfügt. Für einen Tisch in seinem Flagship Restaurant „The Seafood Restaurant“ sollte man einige Tage vorher anrufen. Wir hatten ein ganz wundervolles Abendessen in seinem „St. Petroc’s Bistro“ https://www.rickstein.com/restaurants/st-petrocs-bistro/

Von Padstow aus fuhren wir einen kleinen National Trust Parkplatz an, um Bedruthan Steps zu besuchen. Bedruthan Steps ist eines der beliebtesten Ausflugsziele an der nordkornischen Küste und bietet einen spektakulären Blick auf die Klippen und die herrlichen Meeresfelsen.

Tag 12: Croyde – Lynton

Auf dem Weg zu unserem letzten Ziel Lynton / Devon hielten wir zum Zeitvertreib vor Ankunft in unserem B&B noch in Croyde und schlenderten die Küste entlang. Croyde in North Devon, England, ist ein magischer Ort mit herrlichen Sandstränden und einer spektakulären Landschaft.

Auf den Aufenthalt im „Highcliffehouse“ https://www.highcliffehouse.co.uk/ in Lynton freute ich mich als Abschluss sehr. Ein stilvolles, preisgekröntes Luxus-Bed & Breakfast in Lynton mit atemberaubendem Meerblick auf die Exmoor-Küste in North Devon. Tatsächlich hatte ich unsere Reise gegen den Uhrzeigersinn geplant, aber nur gegen Ende der Urlaubszeit konnte ich dieses hervorragende Bed & Breakfast buchen, also einmal in umgekehrter Reihenfolge neu organisieren. Nicht nur die Lage des Hotels ist außergewöhnlich, auch sind die Inhaber Richard und Robert exzellente Gastgeber, die uns bei Ankunft zu traditionellem“scones and clotted cream tea“ einluden. Clotted Cream ist ein Streichrahm, dessen Ursprung im Süden Englands liegt. In den beiden Grafschaften Devon und Cornwall zählt Clotted Cream zu den regionalen Spezialitäten. Clotted Cream ist ein aus roher Kuhmilch hergestellter, dicker Rahm. Und wirklich mächtig!

Lynton und Lynmouth sind durch eine Straße, den Zick-Zack-Weg und die berühmte viktorianische Klippenbahn miteinander verbunden. Lynmouth hat einige großartige Pubs, Cafés und Souvenirläden an der Harbourfront zu bieten. Zwei Ausgehtipps: „The Oak Room“ ist ein preisgekröntes Tapas-Restaurant im schönen Dorf Lynton. https://www.theoakroomlynton.co.uk/.Die Gerichte waren fantastisch und eine Abwechslung, der Weg hoch ins B&B sehr beschwerlich, so steil ist es überall. In Lynmouth besuchten wir das Restaurant „The Rising Sun“ https://www.risingsunlynmouth.co.uk/. Der erste Eindruck ist als würde man in einer alten Hafenkneipe sitzen, aber auch hier Essen und Service hervorragend. „Roasted Shellfish for two“ war unsere Wahl.

Tag 13: South West Coast Path – Valley of the Rocks

Auch am letzten Tag wurden wir noch einmal mit praller Sonne und eindrucksvollen Bildern verwöhnt. Von Lynton aus erreicht man direkt zu Fuß Valley of the Rocks. Dies ist eine großartige Option für eine leichte bis mittelschwere Rundwanderung um das Valley of the Rocks, eine absolut atemberaubende Gegend im Exmoor in Nord-Devon. Vor vielen Jahrtausenden wurde dieses zerklüftete Tal auf dem Trockenen sitzen gelassen, als sein Schöpfer, der Fluss Lyn, seine Meinung änderte und seinen Lauf änderte, um bei Lynmouth ins Meer zu münden. Das Tal ist ein stimmungsvoller und bisweilen unheimlicher Ort, der Schriftsteller wie Samuel Taylor Coleridge und William Wordsworth inspiriert hat, und seine zerklüftete Architektur spiegelt alte Legenden wider. Auf unserem Weg sahen wir gespaltene Gipfel, dramatische Klippen und weite Ausblicke auf das Meer . Und sogar die eine oder andere Wildziege!

Tag 14: Abreise Bristol – Frankfurt

Tja, das war’s . Jetzt gibt es fast nichts mehr zu berichten. Unser Flug ging erst am frühen Abend, daher hatten wir Zeit und fuhren von Lynton aus teilweise Mautstraßen. Wunderschön ist die „Private Toll Road Porlock Manor Estate“. Ich freute mich sehr unterwegs auch noch freilebende Exmoor Pony zu entdecken. Wer vor Erreichen des Flughafens noch Zeit findet eine Kleinigkeit zu essen, dem empfehle ich „Cider Press“ Farmhouse Cider Makers in Watchfield, Somerset https://richscider.co.uk/restaurant/, ein Familienbetrieb, der traditionellen Apfelwein und bäuerlich gepressten Apfelsaft aus lokal geernteten Äpfeln aus Somerset herstellt.

Mein Partner und ich waren uns einig, dies war einer der schönsten Urlaube. Ich bin viel gereist, ob in USA einschließlich Hawaii, Asien mit Singapur und Bali, arabische Emirate, natürlich Europa, usw.; aber angelehnt an Goethe:

„Warum in die Ferne schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah“.

Die Landschaft inspiriert, die Menschen sind so liebenswürdig! Mir liefen manchmal Tränen hier; aus Rührung, weil ich so herzliche und warmherzige Begegnungen hatte; vor Freude, wenn ich Tiere in freier Natur sah und wenn die Schönheit der Natur mich überwältigt hat.

…. und für wen es von Interesse ist: Rosamunde Pilchers Sohn Mark lebt in Zennor 😉

Gesang vermindert dunkle Sorgen

Musik lässt dich entschweben

Musik lässt dich entschweben,

fasziniert folgst du den Klängen,

abgelenkt vom inneren Beben,

gelingt dir manches zu verdrängen.

Wenn Bässe eindrucksvoll vibrieren,

Konzertgitarren spielerisch begleiten,

kannst du dich ganz verlieren;

Augenblicke, die Freude bereiten.

(8. Juli 2015)

“ Gesang vermindert dunkle Sorgen“. Dieses Zitat ist von Horaz (65-8- v. Chr.) und behält in unserer schnelllebigen Gesellschaft seine Gültigkeit. Die Worte zu diesem kurzen Gedicht fielen mir auf einem kleinen Konzert des britischen Singer- Songwriter Duo „Martin and James“ ein. Ich durfte die beiden freundlichen Jungs einmal als Vorgruppe von „Simply Red“ erleben und war bereits damals begeistert von ihrem Guitarrensound. Überhaupt braucht es für mich nicht mehr als Guitarren. Das stelle ich immer wieder fest. Jetzt traten die beiden im Rahmen des Rheingauer Musikfestivals auf einem Weingut auf. Zu dieser Zeit waren sie kaum bekannt, so dass nur wenige Gäste anwesend waren. Das aber machte den Auftritt umso individueller. Da alle, im Gegensatz zum Abstand in der Frankfurter Festhalle, ganz nah an der Bühne waren, war der Liveact viel intensiver. Der Sound und die Stimmen kamen ungefiltert, ohne Ablenkung an. Während ich die Liedtexte einwandfrei verstand, hatte ich jedoch Probleme, wenn sie in ihrem schottischen Dialekt Geschichten erzählten. Das hörte sich für mich, die jahrelang berufsbedingt nur amerikanisches Englisch gewöhnt war, ulkig an. Auch viele ältere Gäste besuchten an diesem Abend das Weingut, einige vielleicht auch aus dem Dorf. Und das fand ich wirklich beachtlich: Die beiden jungen Musiker aus einem Vorort von Glasgow, erreichten mit ihrer Musik, ihrem Charme und Witz wirklich alle Anwesenden und so entstand ein homogenes Publikum. Ich war sehr gerührt als auch die (noch) ältere Generation tanzte. Wer Martin Kelly und James O’Neill nicht kennt, es lohnt sich einmal reinzuhören. https://martinandjames.co.uk

Zu schade, dass ich nach 5 Jahren klassischem Guitarrenunterricht, als Jugendliche, irgendwann die Lust verlor. Damals glaubte ich, der Lehrer konnte meinem Bruder und mir nichts mehr beibringen. Das war wahrscheinlich Quatsch, vielleicht hätte er das Genre anpassen müssen. Am Ende behauptete er, wir waren sowieso unmusikalisch ;). Dem widerspreche ich.

Musik macht große Freude, begleitet und unterstützt uns in unterschiedlichsten Situationen. Erst gerade sangen die Kinder im Schulhof nebenan das Kinderlied „Die Schnecke Mathilda“ abgewandelt von dem Song „Mathilda“ von Harry Belafonte. Oh, wie sehr meine Mutter Harry Bealfonte liebte. Jetzt höre ich es beinahe täglich aus fröhlichem Kindermund und so kommen Erinnerungen an glückliche Tage und ein Lächeln zurück.

„Martin and James“ besingen übrigens auch eine „Matilda“

The world i’m seeing
It’s all in Matildas eyes

Harry Belafonte

Nichts läßt einem die Hoffnungslosigkeit schneller vergessen, als Musik. Wenn auch nur für gewisse Zeit.

Ernst Ramhofer

Schritt ins Licht

Freundlich und sanft fällt Licht in meinen dunklen Garten,

langsam wächst die Freude und ich kann es kaum erwarten.

Mein Leben sucht sich einen sicheren Weg,

so wie ins ungewisse Blau führt der breite Steg,

an dessen Ende es bedenkenlos gelingt zu springen,

wie ein Kind, neugierig und gespannt, was wird es bringen?

Kommt all das Bunte, die vielen Farben zurück in mein Leben?

Sind die Flügel schon kräftig genug mit Leichtigkeit zu schweben?

Ist es endlich Zeit für mein unbeschwertes Lachen,

für die wunderbare Vielfalt meiner Sinne, zu erwachen?

So lange habe ich mit mir gerungen,

Gefühle zeigen, nicht einmal das, ist mir gelungen.

All die Schätze, die im Verborgenen lagen,

es ist Zeit den Schritt ins Licht zu wagen!

(September 2014)

Die Intention meines Blogs ist hauptsächlich die Krankheit Depression anschaulicher und verständlicher zu machen, in dem ich selbst tiefe Einblicke in mein Leiden damals erlauben werde, welches sich in meinen Gedichten wiederfindet. Im Moment mag ich diese Zeilen aber nicht veröffentlichen. Sie sind schon sehr duster und erschrecken vielleicht so manchen. Heute bleibe ich lieber in der Zeit, die sich hoffnungsvoll und zuversichtlich zeigte.

Nachdem ich ca. 2 Jahre brav und tapfer 3 mal in der Woche meine strenge Therapeutin in Frankfurt am Main aufsuchte und irgendwann entschied, ich müsse doch mal wieder ins Leben gehen und mich ausprobieren, beendete ich die Besuche und demnach meine Therapie. Die Therapeutin, die auch Medizinerin war, versuchte mich mit allen Mitteln zu halten, aber meine Entscheidung war gefallen, auch wenn sie überzeugt war, ich könne mein Nest bei ihr nicht verlassen.

Es war nicht das einzige Nest, das ich verließ. Ich verließ auch meinen damaligen Mann und das gemeinsame Haus. Nach der Therapie fühlte ich mich sehr gestärkt, was im großen und ganzen auch so blieb, auch wenn es immer mal wieder Unsicherheiten und Rückschläge gab und auch heute noch gibt. Ich bezog eine alte Doppelhaushälfte. Den Umzug machte ich nach und nach mit meinem großem Geländewagen. Für die großen und schweren Sachen beauftragte ich ein Umzugsteam, eingige Möbel kaufte ich neu und ließ sie direkt dort anliefern.

Meine Hündin nahm ich mit, und dann saß ich da eines Abends nach so vielen Jahren ganz alleine. Hinter meinem Garten war nur ein kleiner Weg. Dort leuchtete sanft das Licht einer Laterne durch die Büsche auf die Wiese. Ich fühlte mich gut, befreit und bereit. Alles schien so friedlich, ich konnte aufatmen. Lange kaufte ich kein Fernsehgerät und vermisste es auch nicht. Ich nahm mir die Zeit beim Kisten auspacken alte Briefe zu lesen, meine Sammlung an Bildbänden durchzublättern, Musik zu hören, alles, und vor allem mich, neu zu sortieren. Es war eine wertvolle und sehr wohltuende Zeit. Manchmal überlegte ich was ich vermisste. Natürlich meine Tochter, die gerade ein Jahr in Kalifornien eine Highschool besuchte. Sie vermisste ich sehr. Ansonsten war es nicht viel. Der Kamin und das große Grundstück fehlten mir.

Zurückblickend bin ich heute sehr stolz auf mich. Ich besitze unheimlich viel Kraft, obwohl ich so vieles durchgemacht habe, oder gerade weil ich so viel ertragen musste von Kindheit an. Alles in allem war es ein langer Weg. In dem Haus blieb ich 3 Jahre. In der Zeit kam mein Lachen zurück, ich lernte meinen neuen Partner kennen und das Leben meint es sehr gut mit mir.

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Demokrit

Von der Liebe … (2)

Ich will dich einfach nur lieben, jeden Tag.

Deine Nähe genießen, die ich so mag.

Das Wunder geschehen lassen,

in deinen Armen wird alles andere erblassen.

Meine Augen schließen,

jeden Augenblick genießen,

Berührungen, die verwöhnen,

Glücksgefühle, die mich durchströmen.

Ganz in der Traumwelt versinken,

in sanften warmen Wellen fast ertrinken.

Ohne Angst und voller Zuversicht,

blicke ich vertrauensvoll in dein Gesicht.

Geborgen sein und fest umschlungen,

einmal nicht mit dem Gedanken an den Tod gerungen.

Diesen Moment, ich halte ihn ganz fest.

Eine Hoffnung, die mich wieder träumen lässt.

Dich rundum restlos glücklich machen,

gemeinsam ungezwungen lachen,

nie mehr von deiner Seite weichen,

dir von Herzen meine Liebe reichen.

(November 2013)

Das große Glück der Liebe besteht darin,

Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.

Julie de Lepinasse

aus meinem Nähkästchen geplaudert…

Celebrities / Prominente

Berühmt, berüchtigt, bekannt, beliebt. Vor kurzem hat eine frühere Kollegin in facebook aufgelistet welche Berühmtheiten sie traf. Das brachte mich dazu auch darüber nachzudenken. Besonders in der Zeit von 1988 bis 2003, als der Flughafen Frankfurt mein Arbeitsplatz war, und vor allem in den Jahren als „Premium Services Representative“ bei American Airlines, hatte ich viele Begegnungen.

Meine erste besondere Begegnung hatte ich mit Mensch und Tier. Der Moment mit dem Tier war allerdings viel aufregender an dem Abend, als das berühmte Paar, auf das ich traf. 1992 bekam ich eine Einladung als Assistentin den damaligen General Manager von Singapore Airlines zu einem Geschäftsessen und anschließender Nachtshow in das Varieté-Theater Tigerpalast in Frankfurt am Main zu begleiten. Ein damals sichtlich ganz verliebtes Paar besuchte dieselbe Show und zog alle Blicke auf sich. Aber nicht das Model wurde auf die Bühne geholt, sondern ich! Braun siegte über blond ;). Ich erwähne es an dieser Stelle nur, weil bei einer anderen Begegnung blond tatsächlich ein Thema war. Ein Assistent des auftretenden Artisten kam zu mir und fagte mich, ob ich es schaffe mich sehr ruhig zu verhalten, wenn ich auf die Bühne gebeten werde, um ein erhabenes und stolzes Raubtier kennen zu lernen. Ohne nur einen Moment zu zweifeln, sagte ich sofort zu und saß später erstaunt auf dem Bühnenboden neben einem mächtigen schwarzen Panther, den ich ausgiebig streicheln durfte. Mein Herz raste vor Aufregung. Ich erinnere mich noch gut an das seidig glänzende Fell. Ein wirklich ganz besonderer Moment wurde mir geschenkt, den ich nie vergessen werde. In der Nacht war ich erst um 5 Uhr zuhause. Ich konnte nicht anders, als meinen damaligen Mann sofort wach zu rütteln, um ihm völlig überdreht nach dem Abend zu berichten, dass ich einen Panther streicheln durfte. Das berühmte Paar, nämlich Topmodel Claudia Schiffer und Magier David Copperfield, die am Nebentisch in der Bar turtelten, waren nebensächlich, wenn auch ein sehr hübsches Paar, damals.

Claudia Schiffer und David Copperfield

Komme ich als nächstes gleich auf „blond“ zurück. Und Boxen ist ein Thema. Als „Premium Services Representaive“ bei American Airlines umsorgte ich VIP-Passagiere. Ich empfing sie in der Lounge, beim First Class Check- in auf dem roten Teppich, holte sie vom Flugsteig ab, usw. An einem Morgen begleitete ich eine sehr heitere und auffällige Gruppe. Heiner Lauterbach (dt. Schauspieler), Cleo Kretschmer (dt. Schauspielerin), Ebby Thust (früherer dt. Box Promoter) und Dolly Buster (frühere tschechisch-dt. Pornodarstellerin) flogen First Class zum Boxkampf nach Las Vegas. Leider will mir nicht mehr einfallen, wer geboxt hat. War es Witali Klitschko? Kann gerne kommentiert werden. Nicht vergessen werde ich aber die infantilen Fragen von Herrn Lauterbach damals: „Warum sind Sie nicht blond?“ und „Gibt es Vodka an Bord?“ Auffällig auch der protzige Schmuck und die große Brille von Ebby Thust, das „Schlappmaul“ der Cleo Kretschmer und der gewaltige Busen von Dolly Buster. Anyway, ich brachte das illustre Grüppchen an Bord, erklärte dem Purser, um wen es sich handelt, denn, woher sollten die amerikanischen Flugbegleiter die deutschen Promis kennen. Neugierig lugten die Piloten aus ihrem Cockpit und blieben defintiv am Busen der Blondine hängen. Ich hoffe die Crew hatte damals Spaß. Ich fand den Morgen nicht so spaßig damals. Mir waren Zurückhaltung und Höflichkeit sehr viel lieber.

Der nächste Gast im Zusammenhang mit Boxen hatte diese bevorzugten Attribute und war eine sehr angenehme Bekanntschaft. Wie jeden Morgen checkte ich die Passagierliste und entdeckte den Namen Michael Buffer. Vor Jahren hatte Henry Maske den Boxsport salonfähig gemacht, so dass auch ich Kämpfe verfolgte. Und wer kennt aus dieser Zeit nicht Michael Buffer, der als bekanntester Ansager von Sportveranstaltungen, insbesondere von Boxkämpfen, weltweit galt. Buffers Markenzeichen waren ein Smoking mit schwarzer Fliege sowie der lautstark vorgetragene Schlachtruf „Let’s get ready to rumble“. Als ich die Rolltreppe vom Admirals Club, der American Airlines Lounge, hinunterfuhr, erblickte ich ihn in der Menge und begrüßte ihn als Fluggast. Er war erstaunt über meinen Empfang, freute sich aber über die Begleitung in die Lounge, sowie später durch die Sicherheitskontrollen bis zum Flugsteig. Zu guter letzt, entschied ich, da Platz war, ihm mit seinem fullfare Business Class Ticket ein Upgrade in die First Class zu geben. Zu ihm als Passagier musste ich der Crew natürlich gar nichts erklären, aber meiner Chefin gegenüber dafür umso mehr, warum er ein nicht notwendiges Upgrade bekam, zumal er ihr auch nicht bekannt war. Sein Glück also damals, dass er auf mich traf.

Michael Buffer

Ich bleibe beim Sport. Hier traf ich auf den ehemaligen deutschen Tennisspieler und Olympiasieger Boris Becker, die sehr sympathische amerikanisch-tschechische ehemalige Tennisspielerin Martina Navratilova. Für American Airlines betreute ich außerdem den US-amerikanischen Profigolfer der PGA TOUR und der Champions Tour „Boom Boom Freddy“ Fred Couples, der mir als sehr arrogant in Erinnerung blieb. Er war mir überhaupt nur bekannt, da mein damaliger Mann ausgiebig Golf im Fernsehen verfolgte und der Name oft fiel. Ebenfalls begegnete ich der sehr hübschen ehemaligen argentinischen Tennisspielerin Gabriele Sabatini. Mein Zwillingsbruder verehrte „Sabi“ als junger Mann. Ganz besonders ins Herz schloss ich den eher unbekannten Sportler Winthrop Graham. Der ehemalige jamaikanische Leichtathlet gewann zwei olympische Silbermedaillen im 400 m Hürdenlauf. Er flog damals auch öfter mit American Airlines. Beim ersten Wiedersehen vor der Lounge kam er freudestrahlend auf mich zu und rief „Andrea, so good to see you“ . In meinem Kopf ratterte es, wer er gleich wieder war, so viele Menschen und Namen sah ich täglich. Der Name des jungen Mannes prägte sich aber dann leicht ein, denn er war ein ganz liebreizender Mensch, der mir bei einem späteren Besuch in Frankfurt einen lila farbenen Mizuno Trainingsanzug mitbrachte, den ich lange in meinem Kleiderschrank aufhob. Überhaupt kann ich mich von so manchem Geschenk eines Passagiers bis heute nicht trennen.

Sehr oft betreute ich auch den ehemaligen Leichtathleten Michael Johnson. Ein imposanter Mann mit vier Olympiasiegen und acht Weltmeistertiteln über die Strecken 200 Meter und 400 Meter. Auch er war ein sehr angenehmer und ruhiger First Class Gast. Deshalb war es mir unangenehm ihn bei einem Wiedersehen um ein Autogramm für den Sohn einer Kollegin zu bitten. Er gab es mir aber bereitwillig. Als ich die gekritzelte Unterschrift der Mitarbeiterin gab, sagte sie, die Unterschrift sähe aber nicht nach „Jordan“ aus. Sie hatte Michael Johnson mit dem Basketballspieler Michael Jordan verwechselt, den traf ich allerdings nicht. So viel dazu ….

Michael Johnson

Mit großem Respekt begleitete ich den deutschen Politiker Hans-Dietrich Genscher, sowie Lech Walesa, den polnischen Friedensnobelpreisträger und Ex-Präsident. Sein Kampf gegen den Kommunismus machte ihn weltbekannt. Die US-Senatorin von Texas 1993 – 2013 Kay Bailey Hutchison nahm sich die Zeit mir ein paar Zeilen nach ihrer Rückkehr in die USA zu senden. Über Danksagungen von Passagieren habe ich mich immer besonders gefreut und habe einen großen Stapel bis heute in meinem Sekretär im Wohnzimmer.

Bevor ich zu meinen beiden Highlights komme, zuvor ein weiteres unvergessliches Erlebnis. Meine Aufgabe war es, den Sultan Bruneis, Herrn Hassanal Bolkiah samt Gefolge aus dem, der American Airlines Lounge mit einer Brücke verbundenen gegenüberliegenden Hotel Sheraton, in Empfang zu nehmen. Insgesamt waren 18 Familienmitglieder und Kindermädchen je nach Stellung in First, Business und Economy Class verteilt. Der Sultan fragte unmittelbar nachdem ich mich vorstellte nach einem männlichen Kollegen, gab aber tatsächlich „klein bei“, als ich ihm höflich aber bestimmt sagte, entweder er nimmt mit mir vorlieb oder aber niemanden. Wie eine Entenfamilie liefen wir über die Brücke; der Sultan neben mir, dahinter die Prinzen, Ehefrauen mit Kindern und das Schlusslicht bildeten die Nannies aus Sri Lanka. Ich erinnere mich gut an die Blicke seiner Söhne hinter mir; die Situation war ihnen sichtlich fremd. Ich platzierte die Großfamilie in der Lounge und begann mit Hilfe des Sultans den Check-in aller 18 Personen. Es wurde zur echten Herausforderung als ich merkte, dass ein Flugschein fehlte, denn die vollständigen Namen ähnelten sich doch sehr und waren ähnlich lang wie der des Oberhauptes selbst: Kebawah Duli Yang Maha Mulia Paduka Seri Baginda Sultan Haji Hassanal Bolkiah Mu’izzaddin Waddaulah Ibni Almarhum Sultan Omar Ali Saifuddien Sa’adul Khairi Waddien. Auch drängte die Zeit, denn die Familie musste rechtzeitig am Flugsteig sein, denn wir hatten ja ein vorgegebenes Zeitfenster (Slot) für den Abflug. Am Ende wussten wir wessen Ticket fehlte. Es war schnell neu ausgestellt und der Sultan zahlte über 8.000 DM in bar. Auch darüber war ich beeindruckt, ist es aber eigentlich kein Wunder bei einem Vermögen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar. Ein aufregender Vormittag mit dem Ergebnis die Familie danach erneut betreuen zu dürfen.

Sultan-Omar-Ali-Saifuddin-Moschee Brunei

Jetzt aber zu meinen beiden beliebtesten Herren aus der sagenhaften Zeit bei American Airlines. Ich beginne mit dem überschwänglichen Schauspieler Burton Leon Milo „Burt“ Reynolds, dem Bandit aus „Ein ausgekochtes Schlitzohr“. Für mich damals mit Ende 20 ein „echter Celebrity“. Ich durfte ihn auf der Straße im Ankunftsbereich Terminal 1 in Empfang nehmen; aber bitte so unauffällig wie möglich, auf gar keinen Fall war ein großes Schild mit seinem Namen erwünscht. Die einzige Information die ich hatte war, dass er in einem schwarzen Mercedes mit Stuttgarter Kennzeichen ankommen wird. Ich bin kurzsichtig. Das erschwerte die richtige Limousine ausfindig zu machen. Und wie gebe ich mich zu erkennen in meinem Kostümchen auf der Straße? Ich war sehr aufgeregt. Das durfte nicht schief gehen. Endlich sah ich den Wagen anrollen und winkte vorsichtig. Ein charmanter breit grinsender Burt Reynolds stieg aus, kam auf mich zu, drückte sich an mich und gab mir einen fetten Kuss auf die Wange. Das Eis war gebrochen und plaudernd erledigte ich alle Formularitäten und brachte ihn sicher auf seinen Platz im Flugzeug. Er nannte mich „Sweetheart“. Das süße Herz hatte er!

Burt Reynolds

Meine Nummer 1: Götz George ! Vor mehr als 5 Jahren leider verstorben. Ich habe ihn als Mann voller Güte mit strahlend blauen Augen kennen gelernt und mein einziges Autogramm ist von ihm. Als ich ihn von einem ankommenden Flug abholte, ihn in die Lounge begleitete und später zum Flugsteig, staunte ich permanent über die leuchtenden Augen, die angenehme Stimme mit der er fortwährend erzählte, die herzliche Art und vieles mehr. Immer wieder betonte er, wie dankbar er sei, dass ich ihn lotse. Ein so großartiger Schauspieler. Ich erinnere mich gut, als die Jungs in der Oberstufe einen Parka (tatsächlich war es eine M-65-Feldjacke der US-Streitkräfte) ähnlich dem, welchen er als „Schimanski“ im Tatort, trugen. Der Mann, den ich vor mir sah hatte nichts mit dem andauernd „Scheiße“ sagenden „Ruhrpott-Rambo“ aus Duisburg zu tun. Noch beeindruckender als in seinen unzähligen verschiedenen Film- und Theaterrollen, wirkte er als bescheidener Fluggast auf mich.

Götz George

In den 15 Jahren gab es so viele Begegnungen; aus Kollegen und Kolleginnen wurden Freunde. Ein Vielflieger von damals ist bis heute einer der von mir meist geschätzten wertvollsten Menschen. Mein Freund Frank, den ich nie missen möchte.

Natürlich gab es auch Tage an denen ich nicht mit Souveränität glänzte. Eine peinliche Anekdote gebe ich noch zum Besten. Die größten Shareholder von American Airlines waren zu Gast. Es wurde entschieden sie mit den Batterie betriebenen Autos an den Flugsteig zu bringen. Den Wagen vor mir fuhr die Admirals Club Managerin, neben ihr die Stationsleiterin mit einigen Gästen. Ich folgte mit den restlichen Aktionären an Bord im zweiten Wagen. Die erste Sicherheitsglastür galt es zu passieren. Erst wenn unsere Flughafenausweise kontrolliert waren, öffnete sich die zweiteilige Glastür zur Durchfahrt. Dummerweise ging ich davon aus, dass die Kontrolleure doch wissen müssen, dass ich zu dem Gespann dazu gehöre und werden mich ebenso passieren lassen. Leider nein, die Türen schlossen sich, es war für mich zu spät zu bremsen und ich rammte mein Wägelchen gegen die Absperrung. Meine Passagiere lachten zum Glück, das Sicherheitsglas hielt dem „Rumms“ stand. Nie vergessen werde ich aber die ruckartigen Umdrehungen meiner beider Vorgesetzten und ihr tötenden Blicke. Dennoch … Danke für eine wundervolle lehrreiche Zeit American Airlines!

American Airlines

Abschließend eine letzte flüchtige Begegnung. 2013 besuchte ich den Sportpresseball in der Alten Oper in Frankfurt. Mein Foto am Anfang des Beitrags stammt von diesem Abend. Auf einem der langen Gänge, in dem Moment ganz leer, traf ich auf den ehemaligen deutschen Fußballspieler, -trainer und -funktionär Franz Beckenbauer. Wir beide waren auf der Suche nach den Toiletten und beschließen sie gemeinsam zu suchen. Natürlich trennten unsere Wege sich dann. Tatsächlich verließen wir aber gleichzeitig die Alte Oper in der Nacht und Herr Beckenbauer lächelte mir noch einmal zu.

Ich bin ein Teil aller Menschen denen ich je begegnet bin.

Alfred Tennyson

Franz Beckenbauer

Gedanken bloß – just thoughts – Part IV

Unser tägliches Zusammenleben

führt immer wieder an Grenzen,

ist doch Harmonie unser eigentliches Bestreben,

würden wir diese Momente gerne schwänzen.

Permanentes aneinander reiben,

keiner kann den anderen leiden,

treibt uns auf die Spitze,

meistens kleinlich, lächerlich;

helfen würden wahrscheinlich einfach Witze.

Tatsächlich aber resultiert daraus oft Schweigen,

Konflikte bleiben unausgesprochen und verborgen,

beschämend, dass wir uns dem verneigen,

statt zu kämpfen für den gemeinsamen Morgen.

Oktober 2017

So viele Bekanntschaften machen wir im Leben.

Manche Menschen uns nur kurz begeistern,

andere begleiten uns stetig auf vielen Wegen

und sind die, welche uns helfen das Leben zu meistern.

In deren Schoss wir gerne fallen,

unsere Erlebnisse teilen.

Alles Negative wird hier abprallen.

Es sind die Freunde, bei denen wir verweilen,

volles Vertrauen finden,

enge Gefährten, Momente, die für immer binden.

Oktober 2017

So gerne habe ich das Haus voll Gäste,

jeder mit eigener Geschichte,

von mir aus wird jeder Tag zum Feste.

Am Tisch bringt jeder Einzelne sich ein,

so wie die Zutaten der zubereiteten Gerichte.

Munteres Geplapper formt sich zur harmonischen Melodie,

unsere Stimmen wie eine Vielzahl der musikalischen Instrumente,

jeder übernimmt irgendwann die Regie.

Sinnbildlich tragen alle bei zum Gelingen der Nudeln „al dente“.

Übertragen wir dies auf die Kulturen,

sehen unsere Unterschiede gelassen und positiv,

freuen wir uns über all die bunten Spuren

und erinnern uns später gerne,

wer welche hinterließ.

Oktober 2017

Wenn ich mein Kind respektiere,

seine Meinung akzeptiere,

achtsam und bewusst differenziere;

steht an oberster Stelle sein Wohlergehen;

alles dafür tun ist mein Bestreben!

Mich in allen Fragen, wenn gewollt, einbringen,

kein vermeintliches Glück erzwingen,

als back up immer verfügbar sein,

um aufzufangen eventuelles Unwohl- und Alleinsein.

Dabei konsequent meine Meinung, Stil und Werte vertreten;

eine Mutter muss stets variieren und geschickt koordinieren.

Das mag anstrengend klingen,

aber ist es nicht das höchste Glück,

sollte so die Beziehung Eltern-Kind gelingen?

November 2017

Manchmal weißt du nicht wie dir geschieht.

Du bist ganz oben, ohne dass es überhaupt jemand sieht.

Bist du allerdings tief am Boden,

gibt es genug, die auch die letzten Hölzer roden.

Sometimes you are on top without knowing,

others do not realize.

But once you are struggling,

people do not look twice,

instead, they are destroying,

giving no advice.

November 2017

Es ist eine verkehrte Welt,

was richtig und wichtig ist,

zeigt sich seltsamerweise als nichtig.

Immer wird irgendetwas in den Vordergrund gestellt,

dem klugen Betrachter zeigt sich dies mehr als fremd in dieser Welt.

Ein anderer lässt sich schnell verleiten

und mühelos alles aus seinen Händen gleiten.

November 2017

Das Leben ist ein so großes Abenteuer,

und ist es dir auch oft nicht geheuer,

vertraue und mach das Beste daraus,

in dir selbst bist du immer zuhaus´.

Dezember 2017

Natürlich kann man in allem nach einem

tieferen Sinn suchen.

Die Frage: Muss es sein?!

Manche Dinge kann man dabei belassen …

Dezember 2017

Wege die jeder Einzelne von uns geht

sind immer besonders.

Oft wissen wir nicht, wohin sie führen.

Unsere Weitsicht und Planung sind individuell und anders,

manch einer verläuft sich,

für den anderen öffnen sich Türen.

Januar 2018

Gedanken bloß – just thoughts – Part III

Ich hasse eine gewisse Arroganz mancher Personen,

sich in einem klitzekleinen Bereich des Universums

vielleicht ein wenig auszukennen, aber ernsthaft

glauben in der gesamten Welt somit zu wohnen.

„Bayrisch großkopfert“ jeden anderen zu überrennen,

um sich schulterklopfend für tatsächlich nichts zu entlohnen.

Februar 2017

Ich würde in den Erdboden versinken,

würde ich weiterhin Thesen vertreten,

die in den Himmel stinken.

Aber bevor ein jener Fehler einsieht

und „falsches“ Denken revidiert,

bleibt er lieber stur und konsterniert.

Februar 2017

Ich wünschte so sehr die Menschen würden zu ihren Fehlern stehen,

hätten ein Einsehen, statt stur ihren Weg zu gehen,

würden die Sachlage überdenken,

und aufgrund überzeugender Argumente

schließlich einlenken,

sich den Themen annehmen und

selbstverständlich auch den richtigen Weg gehen.

März 2017

Statt Verantwortung zu übernehmen,

rechtfertigt sich der Erwachsene

er sei in der Analysephase!

Herr im Himmel, welch eine Phrase!

Steh für deine Meinung, rede nicht drumherum

und vor allem form keine Blase.

März 2017

Natürlich kann man immer den anderen verfluchen,

der es wagt die eigene Seele zu besuchen;

einem den Spiegel vorhält,

was natürlich unter Umständen quält.

Der beginnt sich umzusehen

und schon wird es unbequem,

imstande eine Meinung zu bilden,

einzudringen in persönliche Gefilden.

Schon wird es ungemütlich,

denn, nicht unbedingt reagiert er gütlich.

Deshalb besser die eigene Meinung überdenken.

Später muss man sich dann nicht verrenken.

März 2017

Bevor du nur postest virtuell,

gestalte doch dein Leben individuell!

Lass dies allgemein gelten:

„posts“, „likes“ und „memes“,

es dauert nicht lange und sie verwelken!

März 2017

Ein Problem,

wird es zu extrem,

entwickelt ein Ekzem.

Entzündet sich und blüht,

auch wenn ihm eigentlich keine Achtung gebührt.

Stattdessen man es im Keim erstickt

und sich an schönen Dingen erquickt.

Mai 2017

Viele sind einfach uneinsichtig,

nehmen sich selbst allzu wichtig.

Im Zusammenleben geht es aber um mehr,

In einer Partnerschaft schießt keiner quer!

Egoismus ist hier nicht gefragt,

keiner der über den anderen hinausragt.

September 2017

Gedanken bloß – just thoughts – Part II

I am in desperate tears
full of fears
no one in that damn universe
my love deserves
move on like always
still hope for the moment
when it all begins
counting days until love wins
waiting for freedom
past is gone
soul and spirit become one
the battle is won
finally finding peace
what a perfect release
forever sheltered retreat

Oktober 2017

no more expectations
here comes reality
no romatic occasions
because of lack of abililty
love comes in different ways
not everybody is ready to even know
but anyway maybe there’ll be days
when you’re all able to show

Oktober 2016

I wish for the day
not only hoping to see stars shining
but really feeling them
without denying
to end my desperate rhyming

Oktober 2016

different characters but they do get along
they don’t even question
there is no wrong
they follow their own path
accepting each other
no need for math
if just the world would learn and accept
instead of worrying and remaining in depth
we could live peaceful in harmony
whishing the whole world would agree

Februar 2017

there is that moment in life
front row pool position
that feeling you completed your mission
all others still fighting their race
but you keep calm enjoying that lovely place
completely satisfied by the moment
in deep trust it will never end

Juni 2017

I’m more of the giving person
althoug knowing to not expect the same of others
it teaches me a lesson
stop giving and others will realize it bothers
when there is nothing they get in return
they can deal with it for quite some time
but it won’t take long until their heart will burn
and it’ll all come to a rhyme
life is not worth living to act on your own
only together we will wear the crown
enjoy life to the fullest
make sure you care for each other to the deepest

August 2017

Von der Liebe … (1)

Erwachen

Was, wenn es jemanden gibt,

der dich erwachen lässt,

längst Vergessenes ausgräbt,

dich dabei hält, ganz fest?

Wirst du erste Schritte wagen,

ungeschickt auf Zehenspitzen,

Gefühle, die begraben waren

aus der Dunkelheit empor blitzen?

Beschützt in seinen Armen;

vertrauensvoll lehnst du dich an.

Das Glück, es kommt in allen Farben.

Endlich, endlich bist du dran!

Lange hast du sehnsüchtig gewartet,

hast es selbst nicht mehr geglaubt.

Ketten los, es wird gestartet,

lass‘ zurück, was grau und eingestaubt!

Neugierig beginnt die Reise.

Hoffst, dass es sich lohnt,

wenn auch zaghaft leise,

ein Herz, das bei dir wohnt.

(2013)

B e r l i n