Black dog days

Das Versteck

Ach, wäre ich doch eine kleine Maus

oder besser noch eine Laus.

In jeden Winkel würde ich passen,

mich meiner Laune überlassen.

Würde es mir so richtig gemütlich machen,

mich einkuscheln in weiche Sachen.

Still abwarten bis der Nebel geht

und die Sonne wieder hoch am Himmel steht.

Aber dies ist nur ein Traum,

ich stelle mich und verlasse den Raum.

Versuche das Beste daraus zu machen;

ich werde warten auf mein Lachen!

Meistens habe ich sehr ernst und düster über meinen erbärmlichen Zustand geschrieben, manchmal aber auch etwas versöhnlicher und nicht ganz so ernst nehmend, wie in „Das Versteck“. Diese Zeilen sind jetzt neun Jahre her und doch treffen sie auch heute noch zu. Die Zeit in der ich monatelang litt ist glücklicherweise lange vorbei und doch schleichen sich immer mal wieder einzelne Tage ein, an denen ich mich verstecken möchte und einfach abwarten möchte, bis „es“ vorbei ist. Dann wache ich auf, fühle mich kaum in der Lage aufzustehen, immer den Tränen nahe und als ob ein Elefant auf meinem Brustkorb sitzt. Mein Partner ruft im Haus hoch, dass ich doch aufstehen soll. Früher wäre ich einfach liegen geblieben, heute rappele ich mich auf. Es ist nicht, dass, ich über das depressive Gefühl hinweg gehe; im Gegenteil, ich mache es mir sehr bewusst. In meinem Kopf werden mal wieder falsche Signale gesendet; Botenstoffe übermitteln falsche Nachrichten an Nervenzellen! Ich wache einfach damit auf, es gibt keinen Auslöser. Meinem Partner beschreibe ich den Zustand, als wäre dick Stretchfolie um mich gewickelt, so dass ich bewegungsunfähig bin und das Atmen mir schwer fällt. Zudem bin ich sehr ruhig in diesen Stunden. Vielleicht genießt er es in diesen Augenblicken sogar, denn sonst kann ich auch gut ein Plappermaul sein ;). Ich gehe zur Arbeit und gegen Mittag ist die dunkle Wolke um mich verschwunden. Einfach so, Glück gehabt heute! Heute kann ich es als so einfach schildern; das war es natürlich nicht und ist es bis heute nicht. Nicht umsonst war ich lange in Therapie, werde bis heute medizinisch begleitet und trainiere den Umgang mit meinem Anhängsel. Aber ich habe gelernt die Krankheit Depression zu akzeptieren. Sie wird immer mein Begleiter sein. Plump gesagt, wir haben Freundschaft geschlossen. Na ja, nicht ganz, eher, ich akzeptiere und respektiere meine Begleitung. Mal ist sie dominanter, mal weniger herrschend. Es ist und bleibt ein Balanceakt. Jeden Tag.

Dies ist die ausdrucksvollste und stimmigste Animation die Krankheit Depression zu erklären