Wettlauf mit der Zeit

Geht es in meinem Kopf wieder drunter und drüber, nehme ich Platz und schreibe es nieder. Versuche es in Worte zu fassen, anstatt dem Grübeln die Oberhand zu lassen. Meine Feder schreibt nicht schnell genug, doch ich beeil‘ mich, tut es doch gut. Und schwupp die wupp die Worte stehn und ich kann zu etwas anderem übergehn. Es scheint ich hätte einen Weg gefunden, fühl‘ mich einen Moment lang frei und ungebunden. Doch weiß ich, es ist nur von kurzer Dauer, ich seh‘ schon, der nächste Anflug, er liegt auf der Lauer. Ich nenne es mal Unbehagen. Gibt es dazu noch Fragen? Ich dichte meine Laune weg, sonst hätte dies doch auch gar keinen Zweck.

Vielleicht schafft ihr es ja auch manchmal, trotz eures erbärmlichen Zustandes, euren Humor nicht zu verlieren. Tatsächlich drückte es ein Professor des Institut für Psychoanalyse in Frankfurt so aus und ich werde dieses Wort im Zusammenhang mit meiner Erkrankung nie mehr vergessen. „Der erbärmlichste Zustand in dem sich ein Mensch befinden kann.“

Kopf- und Küchenchaos

Ich erinnere mich noch gut an den Tag als ich dachte ich sei tatsächlich verrückt. Wie eine Irre kämpfte ich gegen die vorherrschenden dunklen Gedanken und lenkte mich mit aller Gewalt ab. 8 Bleche Plätzchen buk ich; im Flur stapelten sich die Boxen. Gleichzeitig kochte ich für meine Familie Abendessen und schrieb.

Das Chaos

Wär es nicht ernst, ich würde lachen. Die Küche ein Chaos! Mein Gott all die Sachen! So sieht es in mir aus: Ein heilloses Durcheinander, das ganze Haus! Und nur, um den Gedanken zu entfliehen, es duften die Plätzchen im Ofen so schön. Auf dem Herd stehen Schwein und Rind. Es freuen sich Mann und Kind. Doch nur ich weiß allein: dies alles zum Schein! Ich kämpfe und kämpfe nur um zu SEIN!

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